Mentoring in der Wissenschaft

In der deutschen Wissenschaftslandschaft kann Mentoring als informelle Förderbeziehung auf eine lange Tradition blicken. Als formales Mentoring-Angebot, d.h. modular konzipierte Programme mit Rahmenprogramm, findet Mentoring sich als Ergänzung vorhandener gleichstellungspolitischer Instrumente an Hochschulen und Forschungseinrichtungen seit den 1990er Jahren. Als effektives Personalentwicklungsinstrument trägt es dazu bei, der „leaky pipeline“, d.h. der stetigen Abnahme von Frauen mit zunehmender wissenschaftlicher Qualifikation, entgegenzuwirken und exzellente Nachwuchskräfte für die Wissenschaft zu gewinnen und zu halten.

Mentoring-Programme stärken die gegenseitige Vernetzung zwischen Mentees und Mentorinnen bzw. Mentoren sowie deren Einbindung in die Scientific oder Business Community. Darüber hinaus profitieren beide Seiten durch eine Stärkung ihrer beruflichen und persönlichen Kompetenzen. Während Mentees vor allem ihre Kenntnisse über Karrieremanagement, Work-Life-Balance und von Strukturen, Prozessen und Spielregeln im Wissenschaftssystem erweitern, bauen Mentorinnen und Mentoren ihre Beratungs- und Führungskompetenzen aus und gewinnen wichtige Einblicke in die Situation von Nachwuchswissenschaftlerinnen.