Qualitätsstandards

Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich formales Mentoring an zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen als effektives Instrument einer gendergerechten Personalentwicklung etabliert. Formal heißt, dass Mentoring als modular konzipiertes Programm innerhalb einer Rahmenstruktur angeboten wird und die Mentees in einem transparenten Verfahren ausgewählt werden.

Vor dem Hintergrund der kontinuierlich steigenden Anzahl von Mentoring-Programmen an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen pro Jahr, gewinnt auch die Qualitätssicherung und -entwicklung der Maßnahmen zunehmend an Bedeutung.

Daher wurde bereits Ende 2005 die Arbeitsgruppe „Qualitätsmanagement im Mentoring“ gegründet, die sich aus erfahrenen Programm-Koordinatorinnen und -Koordinatoren, Mitgliedern des Forum Mentoring e. V., des Ada-Lovelace  Vereins und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall zusammensetzte, um Grundstandards bzw. Qualitätskriterien zu entwickeln, die für ein qualitativ hochwertiges Mentoring notwendig sind. Dabei entstand ein 2008 verabschiedeter Kriterienkatalog, der sowohl zur Selbstevaluierung bereits bestehender Mentoring-Programme als auch zur Konzeption neuer Programme herangezogen werden kann.

2010 richtete das Forum Mentoring e. V. – mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie THINK ING, einer Initiative zur Nachwuchsforderung des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall – den ersten bundesweiten Mentoring-Kongress in Berlin aus und stellte die Mentoring-Qualitätsstandards erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor. Seitdem werden die Qualitätsstandards von Mentoring-Programmen in der Wissenschaft durch das Forum Mentoring e. V. kontinuierlich und prozessbegleitend überarbeitet sowie regelmäßig an aktuelle Anforderungen im Hochschulkontext angepasst und veröffentlicht.

Die Qualitätsstandards können in die folgenden drei Bereiche unterteilt werden:

  •   I. Konzeptionelle Voraussetzungen
  •  II. Institutionelle Bedingungen
  • III. Programmstruktur und -elemente

Unterschieden wird dabei jeweils nach Muss-, Soll- und Kann-Kriterien, d. h. nach Kriterien, die erfüllt sein müssen, die erfüllt werden sollten und schließlich nach Zusatzkriterien, die sein können. Letztere dienen dazu, Programme im Sinne von Qualitätssicherung weiter auszudifferenzieren.

Der Kriterienkatalog kann sowohl zur Selbstevaluierung von Mentoring-Programmen herangezogen werden als auch zur Orientierung bei der Konzeption neuer Programme dienen. In der Rubrik „Checkliste“ werden Hilfen angeboten, die zur Beurteilung des jeweiligen Kriteriums herangezogen werden können. Die Checkliste enthält ausschließlich „Muss-Kriterien“.

Die Qualitätskriterien zur objektiven Beurteilung von Mentoring-Programmen können Sie der 5. Auflage der Broschüre „Mentoring mit Qualität - Qualitätsstandards für Mentoring in der Wissenschaft“ entnehmen.